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Schattensäule I, II & III

2000

Ton gedreht, Rauchbrand
H 120-160 cm, Ø 7-10 cm

Die Arbeiten „SCHATTENSÄULE“ fangen einen Augenblick, einen oft übersehbaren Moment einer Person, Haltung, Gestik ein. Der Schatten aus psychologischer Sicht stellt das Gegenstück zum Archetyp der Persona dar und steht daher für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit, für jenen Teil des „Ich“ der wegen gesellschaftsfeindlicher Tendenzen in das Unbewusste abgeschoben wird. Der Schatten wächst parallel zur Person, gleichsam als deren „Spiegelbild“. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten, seine „Integration“ in die Gesamtpersönlichkeit“, zählt nach Jung indes zu den zentralen Aufgaben des menschlichen Reifeprozesses und stellt einen unabdingbaren Schritt auf dem Weg zur Ganzwerdung („Individuation“) dar. Auf einer alltäglicheren Ebene entspricht dem auch die bekannte Wendung „über seinen Schatten springen“. Daneben kann es aber, vor allem wenn die Integration des Schattens unterbleibt, auch zu seiner Projektion nach außen, auf andere Personen oder Gruppen, kommen, auf diese Weise entstehen u. a. Vorurteile. Die Säulen sind wahrnehmbare Zeichen, die etwas nicht Wahrnehmbares vertreten. In jedem wecken sie ein anderes Bild, das eventuell nicht aussprechbar ist und es nur bei einen Gefühl bleibt.